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"Poker : Ein Spielerroman" - Pokerfieber und Kasino-Kapitalismus im historischen Berlin

Datum: 09.01.2010 00:51 / Autor: Gambler
Geschichte wiederholt sich doch. Schon im angehenden 20. Jahrhundert machte sich im aufstrebenden Berlin ein ungezügelter *******tionsgeist breit. Das Pokerfieber grassierte und ehrbare Kaufleute riskierten ihr Vermögen in waghalsigen Börsengeschäften. Gutbürgerliche Existenzen erlagen dem Glücksspiel und verzockten ihr Hab und Gut. Parallelen zu den Geschehnissen der jüngsten Vergangenheit drängen sich auf.

In dem Spielerroman "Poker" zeichnet der Autor Edmund Edel ein lebendiges Stimmungsbild der damaligen Zeit. Die rasant wachsende Großstadt Berlin, der sich ständig beschleunigende wirtschaftliche Aufschwung, der Luxus und Glamour in den Salons und Vergnügungspalästen der Hauptstadt bilden den Rahmen der Erzählung. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Aufstieg und Fall des Konfektionärs Arthur Holzenberger. Der solide Mittelständler heiratet in eine angesehene aber auch risikofreudige Familie ein und gerät so in den Sog des Glücksspiels. Bald stehen sowohl sein Modehaus als auch sein Familienglück auf dem Spiel.

Die Erstausgabe von "Poker- Ein Spielerroman" erschien 1912. Im Jahre 1928 wurde das Buch unter dem Titel "Wenn die Mutter und die Tochter ..." verfilmt. Die Hauptrollen spielten Hans Adalbert Schlettow (als Arthur Holzenberger) und Vera Schmiterlöw (als seine Frau Lilly). Regie führte Carl Boese.

Über die Buchreihe "Bibliothek des neuen Westens":
Berlins sogenannter neuer (wilder) Westen entwickelte sich in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Großstadt. In Charlottenburg, Schöneberg und Wilmersdorf enstanden zahlreiche Vergnügungspaläste, Konsumtempel und kulturelle Treffpunkte. Auch das literarische Leben pulsierte hier. Viele bedeutende Werke entstanden in den literarischen Cafes rund um den Kurfürstendamm. In der Buchreihe "Bibliothek des neuen Westens" werden bekannte und in Vergessenheit geratene Bücher aus diesem Milieu neu präsentiert. "Poker - Ein Spielerroman" ist der erste Band der Reihe. Im Januar 2010 folgt "Das Glashaus - Ein Roman aus der Filmwelt". Auch dieses Buch wurde von Edmund Edel verfasst.

Über den Autor:
Edmund Edel (1863-1934) war ein sehr vielseitiger Künstler. Nach einer Zeichenausbildung in München und Paris kehrte Edel 1892 in seine Heimatstadt Berlin zurück, um sich als Illustrator in verschiedenen Zeitschriften (z.B. "Ulk", "Das Narrenschiff") sowie als Plakatmaler einen Namen zu machen. Später betätigte sich Edel als Berlin-Feuilletonist in verschiedenen Zeitungen und als Autor selbst illustrierter Romane, welche ebenfalls das gesellschaftliche Leben der Hauptstadt in bissiger Weise aufs Korn nahmen. Außerdem verfasste Edel Drehbücher und führte Regie bei mehreren Stummfilmproduktionen.

Das Buch "Poker - Ein Spielerroman" ist überall im Buchhandel erhältlich.

Titel: Poker - Ein Spielerroman
Autor: Edmund Edel
176 Seiten
Verlag: Jens-Erik Rudolph Verlag (Nov. 2009)
ISBN: 978-3-941670-06-8
Ergänzte Neuausgabe des Originals von 1912
Bd. 1 der Reihe "Bibliothek des neuen Westens"

Weitere Informationen (inkl. Leseprobe) unter: www.rudolph-verlag.de

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